Gründungsmitglieder stellen vor: Was bedeutet für uns die Solawi?

Vor kurzer Zeit wurden mein Mann und ich zu Gründungsmitgliedern. Wir haben den Verein „Solawi fair & teilen e.V.“ gemeinsam mit anderen in’s Leben gerufen. Solawi bedeutet Solidarische Landwirtschaft. Unsere Solawi pachtet ein Stück Acker von einem landwirtschaftlichen Betrieb. Das bewirtschaften wir in Eigenregie nach den Bio-Richtlinien durch uns als ehrenamtliche Helfer, einer angestellten Gärtnerin und mit Hilfe der Landwirte, die alle Gründungsmitglieder sind. Wer nicht auf dem Acker hilft, tut dies hinter den Kulissen, denn auch da gibt es reichlich zu tun.

Der Verein lebt von der ehrenamtlichen Hilfe

Diese ist aber kein Muss. Wir haben einen Richtwert von durchschnittlich 6 Stunden pro Monat.  Wir haben den auf 4 Stunden reduziert, was uns durchschnittlich 30 min pro Person und Woche an Ehrenamt ausmacht. Diese Stunden und Minuten kann man aber auch kummuliert einbringen, beispielsweise bei einer großen Aktion stundenlang dabei sein und hier seinen Beitrag leisten, auf dem Acker oder hinter den Kulissen. So handhaben das mein Mann und ich, da unsere bezahlte Arbeit im Büro auch eher wellenartig verläuft als konstant. Wir kamen bisher auch immer auf den Richtwert und glauben das auch weiterhin zu schaffen. Uns ist diese Form der Mitarbeit auch wichtig. Viel mehr Stunden an Ehrenamt darüber hinaus, kann man natürlich auch leisten. Jeder gibt im Ehrenamt soviel er kann und will. Wir fühlen uns gut mit dieser Art der Teilhabe bei unserer Solawi, denn Arbeit ist bei uns genauso viel wert wie Geld. Es braucht damit jedes Mitglied wöchentlich den Gemüsekorb genießen kann. Und jede Arbeit ist gleich viel Wert.

Der Mitgliedsbeitrag & was es dafür gibt:

Wer diesen Richtwert an Ehrenamt jedoch nicht in dem Maß abbilden kann oder will, der muss zwar nicht, kann aber solidarisch seinen Mitgliedsbeitrag erhöhen. Anders herum geht das natürlich genauso: Wer mehr mitarbeitet, kann seinen Beitrag senken, muss aber nicht. Jedes Mitglied bestimmt bei uns selbst wie viel es zahlt und wie viel es mitarbeitet. Auch hier haben wir einen Richtwert (für das erste, verkürzte Wirtschaftsjahr) ermittelt, 67€ pro Monat und Haushalt, macht 17€ die Woche für einen frisch geernteten Korb an Bio-Gemüse. Als konkrete Erweiterungen wären Eier, Honig und Obst möglich sowie ggf. auch Marmeladen und Säfte aus dem Obst.

Warum wir dabei sind

Wir wollten über die Solawi an frisches Gemüse in Bio-Qualität herankommen, direkt vom Feld und bezahlbar. Und wir wollten mitbestimmen und gemeinsam mit anderen im Konsens entscheiden was angebaut wird und vor allem wie. Uns ist dabei der Natur- und Bodenschutz wichtig wie auch die Gemeinschaft. Eine Gruppe von Menschen, die dasselbe Ziel verfolgen, gemeinsam daran arbeiten und unterschiedlicher nicht sein könnten – ein Teil dessen zu sein, das ist für uns ein tolles Gefühl. Daher wollen wir auch unseren Richtwert an Ehrenamt einhalten. Für uns fühlt es sich dennoch richtig an ein wenig mehr zu bezahlen an Mitgliedsbeitrag. Denn über den Richtwert hinaus kommen wir kaum. Dies ist eine sehr persönliche Entscheidung, die jedes Mitglied anders trifft, was ausdrücklich erwünscht ist.

Wir möchten danken:

Besonders spannend war es für uns im Gründungsprozess mit anzusehen, wie sich Angelika, die Initiatorin in dieses Projekt reinhängte. Mit wieviel Herzblut sie oft bis spät in die Nacht an der Arbeit für die Solawi saß und zeitgleich irgendwie noch ihre kleinen Kinder versorgte. Wohl auch dank ihres Mannes, der uns als Anwalt im Gründungsprozess viel helfen konnte. Der ganze Vorstand unseres Vereins leistete hier unglaubliche Arbeit, auf ehrenamtlicher Basis. Genauso die vielen Solawisten. Andere zahlten einen höheren Mitgliedsbeitrag, ohne die wir unsere Gesamtkosten nicht hätten decken können. Auch der direkte Kontakt zu den Landwirten ist für uns eine neue Erfahrung, die wir nicht mehr missen wollen, da beide mit die angenehmsten und sympathischsten Menschen sind, die wir je getroffen haben. Und neben all dem schmeckt Bio direkt vom Feld einfach unvergleichbar. Wir sind bei unserer Solawi auch weiterhin Überzeugungstäter.
Sorana & Marco

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