WIE

Wie arbeitet Solidarische Landwirtschaft?

SoLaWi heißt: Eine Gruppe von Menschen finanziert gemeinsam einen landwirtschaft-lichen Betrieb und teilt sich die Arbeit und die Ernte. Das heißt, kein Ernteteiler kauft mehr einzelne Produkte. Die Zucchini oder die Karotten haben keinen Preis mehr. Die Ernteteiler zahlen einen Beitrag, damit hier bei uns Biolebensmittel hergestellt werden, so wie sie das wollen, wie sie es für richtig halten. Sie freuen sich über gute Jahre mit tollen Ernten und tragen gemeinsam das Risiko, dass der Erntekorb mal weniger voll ist und manche Kulturen einfach nix werden.

Was baut die SoLaWi fair &teilen konkret an?

Wir bauen derzeit Gemüse an und bewirtschaften einige Obstbäume. Martina und Stefan verpachten uns am Daveichtenhof (vielseitiger, bio-zertifizierter Milchviehbetrieb) Land zur Bewirtschaftung. Angelika Gsellmann (Bio-Landwirtin) und Lynn Lausen (Bio-Gärtnerin) tragen die Verantwortung für den Gemüseanbau. Zwei weitere geringfügig Angestellte unterstützen die Gärnterinnen bei der Arbeit am Feld. Mittelfristig ist eine Erweiterung des Sortiments geplant (Eier, Honig, Fleisch, Milch, Brot).
Bisher haben wir alles angebaut was an Fein- und Lagergemüse in unseren Breiten im Freiland wächst. Es gibt alle klassischen Gemüsesorten wie Salat, Zucchini, Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten, Spinat, Brokkoli, etc. aber auch eher schon in Vergessenheit geratene Gemüse wie Mai- oder Steckrüben.
In der kommenden Saison stellen wir zusätzlich 2 Folientunnel auf und pflanzen zusätzlich Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen. Wir bauen von einzelnen Gemüsesorten unterschiedliche Sorten an wie zum Beispiel Bunte Karotten, rot-weiß-gestreifte Rote Beete, etc. und machen Vergleiche zwischen Hybriden und samenfesten Sorten. Außerdem haben wir auch Obst in unsere SoLaWi integriert. Wir haben Äpfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschbäume gepachtet und freuen uns neben den frischen Köstlich-keiten schon auf Saft, Marmeladen und Dörrobst.

Wie wird die Ernte verteilt?

Die Mitglieder teilen sich, was gerade wächst. Im Frühling ist das Angebot noch klein. Da gibt es mal Feld- oder Schnittsalat, Spinat, Radieserl, einen Bund Lauchzwiebeln und etwas später dann auch die ersten Kohlrabi. Im Herbst schöpfen wir aus dem Vollen. Ein Erntekorb kann dann zum Beispiel 1 Kopfsalat, 500g Karotten, 3 Fenchelknollen, eine große Portion grüne Bohnen, eine Zucchini, 4 Zuckermaiskolben, 10 Stiele Mangold, 5 Schalotten, 2 Rispen Freilandtomaten und diverse Kräuter enthalten. Was nicht gleich verzehrt werden kann, sollte haltbar gemacht werden. Der nächste Winter kommt schließlich bestimmt.

Womit kann man im Winter rechnen?

Aus unserer SoLaWi gibt es stets Gemüse der Saison: Im Winter gibt es daher Winter-gemüse wie Feldsalat, Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing, Lauch oder Schwarzwurzeln – Gemüsesorten, die auch noch unter einer Schneedecke geerntet werden können. Zusätzlich bauen wir Lagergemüse wie Kürbisse, Kartoffeln, Kraut, Rettich, Zwiebeln, Rote Bete, Karotten oder Sellerie an. Das Gemüse kann am Hof gelagert werden. So lernen wir alle von dem zu leben, was die Natur uns jeweils hergibt. Vom Daveichtenhof können von den Mitgliedern auch noch andere Produkte zugekauft werden wie Eier, Milch und Fleisch. Am besten Auskunft geben können die Landwirte Martina & Stefan Gebhardt.

Wann verteilen wir die Ernte?

Geerntet wird jede Woche Donnerstag. Die Ernte kann an derzeit 3 Verteilstationen abgeholt werden. Die Verteilung der Ernte organisieren die Mitglieder selbst. Jeder kann seinen Anteil bis spätestens Samstagmittag abholen.

Darf ich mitbestimmen, was angebaut wird?

Ob wir neben Gemüse und Obst in den kommenden Jahren beispielsweise auch noch Honig, Milch, Eier, Fleisch, Brot oder andere Produkte mitaufnehmen, darüber bestimmt die Mitgliederversammlung.
Welche Sorten Gemüse angebaut werden, entscheiden die Gärtnerinnen. Sie beziehen dabei das Ergebnis der jährlichen Mitgliederbefragung zu Angebot, Mengen, Qualität, Wünschen, etc. mit ein.

Sind die Produkte der SoLaWi „bio“?

Die gepachteten Flächen und der Verein sind biozertifiziert. Seit dem 1.4. 2020 gehören wir dem Anbauverband „Bioland“ an. Wir produzieren organisch-biologisch.

Was kosten uns unsere Bio-Lebens-Mittel für die Mitglieder?

Wir zahlen nicht für das Gemüse, sondern wir finanzieren gemeinsam unsere Lebens-Mittel-Entstehung. Die Haushalte orientierten sich dabei an einem Richtwert. Der Richtwert ergibt sich aus der Summe der Ausgaben geteilt durch die Anzahl der Haushalte. Der Richtwert liegt derzeit bei etwa 90 € / Monat / Haushalt. In Summe zahlt man für sein Gemüse in etwa gleich viel wie im Bioladen.